Gespräch bei B Logistik

Mangel bei Wirtschaftsförderung

24.07.2020 | Lütke-Cosmann

Im Rahmen der geplanten Industriegespräche fand dieses Gespräch statt, um einerseits Michael Topmöller als unseren Bürgermeisterkandidaten vorzustellen, um aber auch andererseits in einem offenen Gespräch herauszufinden, wie die örtliche Industrie / Arbeitgeber den Standort Ennigerloh beurteilen.
Die Corona-Krise hat in allen Bereichen der Wirtschaft unterschiedliche Auswirkungen. Die B Logistik ist im ihrem Bereich sehr breit aufgestellt und bedient viele verschiedene Branchen. Der allgemeinen Entwicklung folgend, laufe der pharmazeutische Sektor z.B. sehr gut, die Automotive- und die Industrie-Branche dagegen eher sehr verhalten. Das Arbeiten für viele Branchen zahle sich jetzt aus, denn man versteht sich als Funktionsspezialist, nicht als Branchenspezialist.
Trotzdem ist man auch hier betroffen, die tatsächlichen Auswirkungen wird man erst in einiger Zeit bewerten können.
Zurzeit verzichte man fast gänzlich auf die Beschäftigung von Zeitarbeitskräften um alle fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten zu können. Bei diesen würden Überstunden und Urlaubstage abgebaut, um Kurzarbeit gänzlich verhindern zu können.
Das Unternehmen hat derzeit keine großen Probleme, bei Bedarf Arbeitskräfte einzustellen, man sieht eher Probleme in der Personalentwicklung, -qualität.

Seitens BL sollte sich die Wirtschaftsförderung in Ennigerloh deutlicher darstellen. Wie und wo wird die Wirtschaftsförderung heute wahrgenommen?
Man wünscht man sich eine weitere Entwicklung mit neuen Gewerbeflächen, um zusätzliche neue Unternehmen anzusiedeln. Nur eine forcierte Neuansiedlungsmöglichkeit für Industrie und Gewerbe ist der Grundstein für eine dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit der Stadt, schließlich auch die Basis für verbesserte Steuerquellen.
Auch wenn man vor längerer Zeit endlich den Ostring beschlossen habe, so ist man hier eher skeptisch, dass diese Trasse große Vorteile für Ennigerloh bringt. Man hätte es eher befürwortet, wenn die B 475 endlich in der vor vielen Jahren geplanten Verkehrsführung vollendet worden wäre, das hätte die direkte Anbindung von Ennigerloh an die A 2 Anschlussstelle in Beckum wesentlich beschleunigt.
Eine Anbindung über den Ostring an die A 2 Anschlussstelle in Oelde ist nicht der große Wurf, solange nicht die Weiterführung vom Ostring nach Oelde auch wirklich ausgebaut wird, um so eine beschleunigte Anfahrt hier zu erreichen.
Zitat:  Ennigerloh muss aufpassen, nicht den Anschluss im Kreis zu verlieren; die Stadt müsse sich weiterentwickeln, das geht neben vielen anderen Schwerpunkten, die natürlich nicht zu vernachlässigen seien, in erster Linie über Industrie und Gewerbe. 

Ein wesentliches Anliegen der CDU ist in diesem Zusammenhang:

Ennigerloh müsse als Mittelpunkt im Kreis gestärkt werden! 

Das wird, laut M.T., aktuell deutlich in einer Studie der IW Consult, in der für alle 396 Kommunen in NRW ein Kommunalranking erstellt wurde über Indikatoren aus den vier Themenbereichen Wirtschaft, Arbeiten, Wohnen und Lebensqualität. Hierin belegt Ennigerloh lediglich Platz 239, während die Stadt Oelde sogar den Platz 8 belegt.
Besprochen wurde an dieser Stelle der wachsende Leerstand im innerstädtischen Einzelhandel. Auch hier sei die Stadt gefordert, mit dem Einzelhandel zu sprechen. Wege aus der Misere könnten eine Steigerung der Servicequalität und die Nutzung von Onlinevertriebswegen sein, um Kunden zu binden bzw. Neukunden zu gewinnen.
Die Entwicklung der Finanzsituation wurde durchleuchtet und hinterfragt. Die Kommunalpolitik muss in den kommenden Jahren sehr kritisch und mit großer Umsicht die finanzielle Entwicklung der Stadt gestalten.
Die CDU sieht es als nicht förderlich an, wenn seitens der Verwaltung ständig noch von einem positiven Haushaltsüberschuss geredet wird, während verschleiert wird, dass diese Situation nur über eine weiterhin notwendige Kreditaufnahme möglich sei.
Positiv gesehen wird in Ennigerloh die Entwicklung auf dem Schulsektor. Die gesamte Umstrukturierung des Schulsystems, insbesondere auch die Kooperation auf diesem Gebiet mit der Stadt Beckum sei ein positiver Impuls in Richtung einer qualitativen Ausbildung junger Menschen.

Michael Topmöller hat all die Punkte, angesprochen von Herrn Beumer, interessiert aufgegriffen und als Bürgermeisterkandidat der CDU betont, dass diese Denkweise auch in seinem Sinne sei, deckungsgleich auch mit den Ideen, die die CDU in ihrem Wahlprogramm aufgegriffen habe.
Dazu wurden von Michael Topmöller viele weitere Aspekte aufgegriffen und erläutert, wie sie in den 4 Hauptthesen des Wahlprogrammes vorgegeben sind, wie: 

·         Leben in unserer modernen Stadt gestalten

·         eine klimabewusste und nachhaltige Stadt schaffen

·         Freizeit, Sport und Kultur in unserer Heimat fördern

·         Arbeit, Wirtschaft und Finanzen in Ennigerloh stärken

In vielen Punkten gab es große Übereinstimmung mit dem Résumé, das großer Handlungsbedarf gegeben sei in Ennigerloh, bis hin zur Feststellung, dass nicht zuletzt auch das äußere Erscheinungsbild gepflegt werden müssen, Sauberkeit in der Stadt müsse eine höhere Priorität erhalten.

Das Gespräch fand in harmonischer Runde statt und zum Schluss wünschte Herr Beumer Herrn Topmöller viel Glück für die Wahl.